Förderung für E-Autos E-Auto-Prämie kommt rückwirkend – aber Antragstool fehlt noch

Bis zu 6.000 Euro vom Staat: Der Bundestag hat die neue Kaufprämie für Elektroautos beschlossen. Sie gilt rückwirkend für alle Zulassungen seit Januar – doch beantragen lässt sie sich noch nicht. Die Kfz-Branche drängt auf Tempo.

Bis zu 6.000 Euro Zuschuss für Privatkunden, gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl – das hat der Bundestag rückwirkend zum Jahresanfang auf den Weg gebracht. - © BASILICOSTUDIO STOCK - stock.adobe.com

Der Bundestag hat die neue Kaufprämie für Elektroautos beschlossen. Sie gilt rückwirkend für alle Zulassungen seit dem 1. Januar 2026. Anträge sind allerdings noch nicht möglich, weil die zuständige Internet-Plattform erst starten muss. Das soll laut früheren Angaben im Mai geschehen.

Den Details der Prämie muss das Parlament nicht zustimmen. Privatkundinnen und Privatkunden können den Zuschuss beim Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender beantragen. Je nach Fahrzeug und persönlicher Situation liegt die Förderung zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Es gelten Einkommensgrenzen: bis 80.000 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr, mit zwei Kindern bis 90.000 Euro.

Förderhöhe richtet sich nach Einkommen und Kinderzahl

Die Basisförderung für reine Elektroautos beträgt 3.000 Euro. Haushalte mit höchstens 60.000 Euro Jahreseinkommen erhalten 4.000 Euro, Haushalte mit höchstens 45.000 Euro bekommen 5.000 Euro. Pro Kind kommen 500 Euro hinzu, maximal 1.000 Euro.

Weniger Geld gibt es für Plug-in-Hybride, die mit Strom und Kraftstoff fahren, sowie für Fahrzeuge mit Range Extender. Hier liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Range Extender sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite eines Elektroautos vergrößern.

Branche meldet deutlichen Schub bei Privatkunden

Die Aussicht auf die Förderung zeigt bereits Wirkung. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) stieg der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge am gesamten Pkw-Markt im ersten Quartal 2026 auf 22,8 Prozent – nach 16,8 Prozent im Vorjahresquartal. Bei Privatkäufen entschieden sich sogar 27,4 Prozent für ein E-Auto. Das entspricht 62.532 Neuzulassungen, gegenüber 34.433 im Vorjahreszeitraum.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) führt den Anstieg auf zwei Faktoren zurück: die hohen Spritpreise und die erwartete Kaufprämie. "Die Aussicht auf Förderung sowie die hohen Spritpreise geben der E-Mobilität bei Privatkunden derzeit einen klaren und spürbaren Schub", sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn laut Mitteilung. Den heutigen Bundestagsbeschluss zur rückwirkenden Förderung nennt er ein "wichtiges Signal".

ZDK fordert schnelle Klarheit bei der Förderrichtlinie

Damit der Schwung nicht verloren geht, drängt der Verband auf Tempo bei der Umsetzung. Das Bundesumweltministerium müsse das Antragstool zügig bereitstellen und offene Details der Förderrichtlinie klären. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Vertrauen der Verbraucher in die Elektromobilität weiter zu stärken", so Peckruhn. Nötig seien klare und verlässliche Rahmenbedingungen – insbesondere die seit Wochen ausstehenden finalen Details, die der ZDK wiederholt eingefordert habe.

Grüne kritisieren Anreize für Hybride

In der Bundestagsdebatte kritisierte Till Steffen von den Grünen die Förderung von Plug-in-Hybriden und Range-Extender-Fahrzeugen. Diese setze "absolut falsche Anreize", da solche Autos im Prinzip mit Benzin führen. Auch profitierten vor allem Besserverdienende von der Prämie. "Wir brauchen ein Angebot, wo sich eben auch die Krankenschwester auf dem Land ein günstiges, kleines Elektroauto leisten kann. Die lassen Sie im Regen stehen", sagte Steffen an die Adresse der Regierungskoalition. dpa/fre